Synopsis

Der 15 Jahre alte Qodrat lebt Ende der 1980er Jahre in Kabul. Der Straßenjunge verkauft auf dem lokalen Basar illegale Kinotickets für längst ausverkaufte Vorstellungen – natürlich zu überteuerten Preisen. Das Schlitzohr Qodrat ist selbst ein großer Kinofan. Insbesondere das Bollywoodkino hat es ihm angetan. Immer wieder träumt er sich in die Handlungen seiner Lieblingsfilme. Dort erlebt er aufregende, bunte Abenteuer. Eines Tages wird er in ein sowjetisch betriebenes Waisenhaus gesteckt. Dort lernt Qodrat schnell, sich in der herrschenden Hierarchie zurecht zu finden und nimmt das Erlebte als Plot für seinen eigenen Kinofilm. Doch die Kinder merken langsam, dass sich der Krieg in ihrem Land wandelt und die Fronten neu gezogen werden.
Regisseurin Shahrbanoo Sadat hat für „The Orphanage“ vor allem mit nicht professionellen Darstellern gearbeitet. Das verleiht ihrem Film eine große Authentizität. Neben der Leistung, die Kriegswirren des Afghanistankrieges konsequent aus der Kinderperspektive zu erzählen, sind es vor allem Qodrats eskapistische Fantasien, die den Film auszeichnen. Die Bollywood-Reminiszenzen geben der Geschichte etwas Traumhaftes. Ein kinopoetischer Coming-of-Age Film aus Afghanistan – das sieht man nicht alle Tage.

Sonntag, 24.11.2019 – 21.45 Uhr, Saal 8 (präsentiert von Alice Dwyer) – in Anwesenheit von Schauspieler Anwar Hashimi
Montag, 25.11.2019 – 19:45 Uhr, Saal 8 – in Anwesenheit von Schauspieler Anwar Hashimi
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In Kooperation mit dem World Cinema Fund (WCF) der Berlinale

Credits

+++ Berlin-Premiere +++

OT: Parwareshghah
Regie: Shahrbanoo Sadat
Drehbuch: Shahrbanoo Sadat
Produktionsland: Afghanistan, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Katar, Luxemburg 2019
Produktion: Adomeit Film, Adomeit Germany, La Fabrica Nocturna, Samsa Film, Wolf Pictures
Cast: Qodratollah Qadiri, Sediqa Rasuli, Masihullah Feraji, Hasibullah Rasooli, Anwar Hashimi
Länge: 90 min.
Sprache: dari/russisch/urdu OF / englische UT
Deutscher Verleih: /
Festivals: Cannes, München, Odessa, Sakhalin, London, Busan, Chicago, Reykjavik u.v.a.
Preise: Reykjavik Golden Puffin