Synopsis

Ein Lockdown- und Covid-Film, aber der Beste! Die muntere WG von Crista, Carloto and João steht im Mittelpunkt des tagebuchartig aufgebauten, experimentellen Spielfilm-/Dokufiktion-Projekts. Die drei Mittzwanziger sitzen in Selbst-Isolation und versuchen, die aufkommende Langeweile mit einem Projekt zu bewältigen: Sie wollen ein Schmetterlingshaus bauen. Nebenbei knistert die jugendlich-erotische Spannung zwischen den Dreien. Während sich der Film langsam rückwärts bewegt, verändert sich auch das anfängliche Projekt der beiden Regisseure. Mit der Zeit scheinen Fazendeiro und Gomes (zuletzt bei 14 FILMS mit „Arabian Nights“ 2015) nicht nur die Frage zu stellen, was die Pandemie aus der Liebe gemacht hat; sie untersuchen selbstreflexiv und verspielt den Zustand des Filmemachens in Corona-Zeiten. Gelungen ist dem Filmemacher-Paar ein Film über das Leben, der selbst voller Leben steckt. Fazendeiro und Gomes finden in den größten Nichtigkeiten philosophische Zugänge zur Welt, seien es Obst, Skateboards, Hunde oder verbale Auseinandersetzungen über den Sinn und Zweck von E-Mails. Irgendwann kollabieren die narrativen Strukturen des Films selbst. Spätestens dann erweist sich „The Tsugua Diaries“ als das erste zärtlich-poetische Meisterwerk, das die Pandemie-Ära hervorgebracht hat.

Freitag, 03.12.2021 – 19.45 Uhr, Kino in der KulturBrauerei, Saal 5 – präsentiert von Nicolas Wackerbarth

Freitag, 10.12.2021 – 22.00 Uhr, delphi LUX, Saal 4

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Credits

+++ Berlin-Premiere +++

OT: Diários de Otsoga
Regie: Maureen Fazendeiro, Miguel Gomes
Drehbuch: Maureen Fazendeiro, Miguel Gomes, Mariana Ricardo
Produktionsland: Portugal, Frankreich 2021
Produktion: O Som e a Fúria, Uma Pedra no Sapato
Cast: Crista Alfaiate, Carloto Cotta, João Nunes Monteiro, Miguel Gomes
Länge: 102 min.
Sprache: portugiesische OF / englische UT
Deutscher Verleih: /
Festivals: Cannes Quinzaine, Marseille, Karlovy Vary, New York, Busan, Viennale, Sydney