Synopsis

Im strömenden Regen auf dem Vorplatz eines Bahnhofs in der chinesischen Provinz steht Zhou Zenong (Ge Hu) hinter einem breiten Pfeiler und wartet auf eine Frau. Als die schöne und mysteriöse Liu Aiai (Gwei Lun Mei) auftaucht, ist klar, dass es nicht die Frau ist, auf die Zhou mit seinem geschwollenen und vernarbten Gesicht wartet. Auf wen er wartet und wer ihn so zugerichtet hat, das erzählt der chinesische Filmemacher Diao Yinan in seinem hocheleganten Film Noir durch eine Reihe von intelligent angeordneten Rückblenden, die mitten ins Herz einer völlig außer Kontrolle geratenen Gangsterfehde führen … Wie häufig im chinesischen Gangsterfilm ist es nicht ganz leicht, jede Figur mit ihrer Handlungsmotivation zu entziffern. Aber das muss man auch nicht. Körper in Bewegung, kinetische Schattenspiele und flackernde Actionszenen im unerbittlichen Neonlicht sind der wahre Sehgenuss in einem Film wie „The Wild Goose Lake“ mit dem der Berlinale-Gewinner Diao Yinan („Black Cole, Thin Ice“, 2014) sich als großer Stilist des Genrekinos erweist. Zu einem einzigartigen Highlight gehört eine abgefahrene Verfolgungssequenz auf einem Nachtmarkt, dessen Rhythmus vorgegeben wird durch den Boney M-Klassiker „Rasputin“. Diao Yinans abstrakt-schöne Regiekunst besteht im Zusammenführen von Widersprüchen und dem Arrangement von Bewegungen, die sich in einer Choreografie von Begierde, Gewalt und Sehnsucht entladen. Ein „Must-See“, der selbst einen abgebrühten Kinomaniac wie Quentin Tarantino in Cannes zu Jubelstürmen und Standing Ovations bewegt hat!

Donnerstag, 28.11.2019 – 22:15 Uhr, Saal 8
Samstag, 30.11.2019 – 21:45 Uhr, Saal 8 (präsentiert von Jamila Wenske)
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Credits

+++ Berlin-Premiere +++

OT: Nan Fang Che Zhan De Ju Hui
Regie: Diao Yinan
Drehbuch: Diao Yinan
Produktionsland: China, Frankreich 2019
Produktion: Green Ray Films, Maisong Entertainment Investment, Memento Films Production, Arte France Cinéma
Cast: Ge Hu, Lun Mei Gwei, Fan Liao, Qian Wan, Dao Qi
Länge: 113 min.
Sprache: mandarin OF / englische UT
Deutscher Verleih: /
Festivals: Cannes, Jerusalem, Lima, Toronto, Athen, New York, Vancouver, Chicago, São Paulo, Kiev u.v.a.
Preise: International Cinematographers‘ Film Festival Manaki Brothers

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