Synopsis

Eine Geschichte wie aus einer Kafka-Erzählung: Der junge tunesische Soldat S. hält den Armeealltag nicht mehr aus. Seine Einheit jagt hochgefährliche Terroristen. Doch widert die tägliche Gewalt an. Als S. eines Tages Heimurlaub zugewiesen bekommt, um zur Beerdigung seiner Mutter zu reisen, beschließt er, zu desertieren. Obwohl er Hollywood-reif verfolgt wird, gelingt ihm die Flucht in einen dichten Wald. Viele Jahre später stößt S. – der mittlerweile als kriegerischer Einsiedler mit langem Bart durch die Gegend geistert – auf F., eine junge, schwangere Frau. Sie flieht vor ihrer Ehe mit einem erfolgreichen Geschäftsmann. Beide Aussteiger gehen eine äußerst mysteriöse und eigenwillige Koexistenz ein … Für „Tlamess“ nimmt Regisseur Ala Eddine Slim seine eigenen Armeeerfahrungen, um sie zu einer beeindruckenden surrealen filmischen Metapher zu formen. So entsteht ein großes Bild einer Verweigerung. Ein Film über die Unerträglichkeit, sich einer Welt zu beugen, die einen nicht nur unglücklich macht, sondern auch unterdrückt und einsperrt. Dabei wird die Flucht der beiden Protagonisten zu einer Reise in ihr Innerstes. Doch letztlich ist „Tlamess“ ein audiovisuell beeindruckendes Rätsel, das jeder für sich selbst dechiffrieren muss. Alan Eddine Slims Werk war eine große Entdeckung in der Quinzaine des Réalisateurs in Cannes – auch weil der Regisseur liebevoll seinen großen Kino-Vorbildern Stanley Kubrick, Luis Buñuel und Sergio Leone huldigt.

Sonntag, 24.11.2019 – 19.15 Uhr, Saal 8 (präsentiert von Vincenzo Bugno) – in Anwesenheit von Regisseur Ala Eddine Slim
Montag, 25.11.2019 – 21.45 Uhr, Saal 8 – in Anwesenheit von Regisseur Ala Eddine Slim
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In Kooperation mit dem World Cinema Fund (WCF) der Berlinale

Credits

+++ Berlin-Premiere +++

OT: Tlamess
Regie: Alaeddine Slim
Drehbuch: Alaeddine Slim
Produktionsland: Tunesien, Frankreich 2019
Produktion: Still Moving, Exit Productions
Cast: Abdullah Miniawy, Souhir Ben Amara, Khaled Ben Aissa
Länge: 120 min.
Sprache: arabische OF / englische UT
Deutscher Verleih: /
Festivals: Cannes, Hamburg, Busan, Viennale, Thessaloniki, MedFilm Festival Rom u.a.
Preise: Thessaloniki Meet the Neighbours – Golden Alexander, MedFilm Festival Rom Beste Regie