Festival 2018

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Festival 20182018-11-22T12:04:06+00:00

Grußwort

Bernhard Karl – © Bernhard Schmidt

Susanne Bieger – © Steffi Henn

Liebe Filmfreundinnen und Filmfreunde,

herzlich willkommen zur 13. cineastischen Weltreise mit AROUND THE WORLD IN 14 FILMS. In fünf Deutschland-Premieren und 21 Berlin-Premieren zeigen wir die aus unserer Sicht überragenden Filme dieses Jahres der wichtigsten Filmfestivals der Welt – von Sundance, Cannes, Locarno, Venedig, Toronto und San Sebastián. Alle Filme werden wieder persönlich vorgestellt und diskutiert von spannenden Kulturpersönlichkeiten. Neben unserem „14 Filmen um die Welt“ haben wir unser Rahmenprogramm erneut weiterentwickelt. Wir sind glücklich über unsere erste Kooperation mit der Berlinale: In einem „Berlinale Spotlight“ präsentieren wir ein Jahres-„Best of“ aktueller Produktionen des „World Cinema Fund“ der Berlinale, die auf den Festivals von Cannes, Venedig und San Sebastián vielfach ausgezeichnet wurden. Und das Panel Film, Frauen und Figuren stellt drei Filmemacherinnen aus drei unterschiedlichen Kulturkreisen vor und beschäftigt sich mit dem Thema Gender, Intersektionalität und deren Bedeutung für komplexe Frauenfiguren. Unser ganz besonderer Dank gilt erneut unserem Hauptförderer, dem Auswärtigen Amt, und unseren vier Hauptsponsoren ARTE, AUDI City Berlin, der CineStar-Gruppe (Kino in der KulturBrauerei) und KWK (Karl Wilhelm Kayser) sowie allen Partnern, Unterstützern und einem unersetzlichen Team. Wir wünschen Ihnen zehn wundervolle Kinoabende in vielfältigen Weiten unserer Welt.

Bernhard Karl & Susanne Bieger
Festivalleitung


Interview

Around the World in 14 Films 2018 – Die Leiter des Festivals im Interview

Das “14 Films“-Festival geht in die 13. Runde. Neu ist dieses Jahr, dass ihr, Bernhard und Susanne, euch die Festivalleitung teilt. Wie war diese Erfahrung für euch, gemeinsam eine solche Aufgabe zu bewältigen?
Eine Wunderbare! Aber eine, die wir über die letzten Jahre gemeinsam intensiviert haben, daher ist das organisch entstanden. Neu ist das Panel „Film, Frauen & Figuren“ und unsere Kooperation mit dem World Cinema Fund der Berlinale.

Hatte jeder von euch spezielle Aufgabengebiete in der Leitung, oder hat sich jeder mit allem beschäftigt?
Selbstverständlich kann man ein Festival dieser gewachsenen Größe nicht ohne genaueste Aufgabenteilung bewältigen. Susanne ist verantwortlich für das gesamte „Management“, das Team, die Organisation, für die internationalen Gäste und das neu entwickelte Panel-Format. Und ich für das Filmprogramm, die Paten und die Finanzierung und Buchhaltung. Wir beide, und das ist der Kern unserer so perfekt funktionierenden Arbeitspartnerschaft, stimmen allerdings jede Entscheidung mit dem anderen ab. Unserer Ansicht nach das Modell der Zukunft – im DIALOG zur bestmöglichen Entscheidung zu kommen.

Du, Susanne, bist dieses Jahr das erste Mal leitend tätig, begleitest das Festival aber auch bereits seit 2012 als Festival- und Gästemanagerin. Was fasziniert Dich am „14 Films“-Festival, und wer ist für Dich der typische Festivalbesucher?
Mich fasziniert nach wie vor das einzigartige Konzept von 14 Films, das Bernhard vor 13 Jahren entwickelt hat. Einen typischen Festivalbesucher gibt es nicht. Unsere Besucher sind genauso unterschiedlich wie unsere Filme – und das ist gut so. Wir wollen alle ins Kino locken und für das Weltkino begeistern.

Als Festivalorganisator für „14 Films“, aber auch als Programmer für das Filmfest München bist Du, Bernhard, permanent auf der Suche nach neuen Entdeckungen. Wie entscheidest Du, ob ein Film für „14 Films“ interessant sein könnte?
Erstens die künstlerische Qualität. Erzählerisch, visuell, thematisch. Dann natürlich das Land, in dem der Film spielt. Das Thema unseres Festivals ist das Weltkino und damit verbunden die Weltkulturen – und am Ende der Mix dieser Welten. Natürlich können wir nur Berlin- oder gar Deutschlandpremieren zeigen. Diese zu erkämpfen für all diese Festivalhighlights ist die Hauptaufgabe.

Für den erstmaligen Besucher: Was wäre Eure „Gebrauchsanweisung“ für das Festival?
Erst einmal sich in Ruhe einen Überblick verschaffen, was es bei uns zu sehen gibt. Über die Bilder, die Texte, die Regisseure, die Länder, die Filmpaten … Und vor allem: einfach vorbeikommen und überraschen lassen … Es gibt enorm viel zu entdecken!

Der Titel des Festivals offenbart eine dezidiert globale Werkschau. Wie ist dieses Konzept des „Festival der Festivals“ zu verstehen? Was unterscheidet “14 Films“ von den anderen großen Festivals?
Die Übersichtlichkeit und die Garantie, echte Highlights der wichtigsten Filmfestivals der Welt sehen zu können. Und diese persönlich präsentiert von den internationalen Künstlern, vermittelt durch Filmpaten. Meint Film- und Kulturpersönlichkeiten, die die einzelnen Filme aus ihrer subjektiven Sicht vorstellen. Das hat kein anderes Filmfestival der Welt in dieser Konsequenz. Außerdem zeigen wir aus fast jedem Teil der Erde den jeweils aus unserer Sicht allerstärksten Film.

Es wird mit einem neuen Panel geworben: „Film, Frauen & Figuren“. Susanne, Du bist für die Panel verantwortlich: Was ist mit dieser Alliteration gemeint?
Das Panel ist ein fortlaufendes Format, und ich habe einen Titel gewählt, der die Themenschwerpunkte festlegt, mir aber gleichzeitig auch den nötigen Freiraum gibt, um in der Zukunft inhaltlich so frei wie möglich gestalten zu können.

Ist dieses Panel auch im Zusammenhang mit der #MeToo-Debatte, bzw. mit Fragen der Gleichberechtigung im Film zu verstehen?
Nur in so fern, dass komplexere Frauenfiguren in Filmen langfristig auch eine positive Wirkung auf das vorherrschende Frauenbild in der Gesellschaft haben werden. Denn nur mit einem komplexeren und vor allem diverseren Frauenbild lässt sich die Gewalt gegen Frauen eindämmen und wahre Gleichberechtigung umsetzen.

Seit vielen Jahren stehen Größen des deutschen Kinos Pate für “14 Films“. Auf welche bekannten Gesichter dürfen sich die Besucher dieses Jahr freuen?
Auch hier bemühen wir uns, vielfältige Perspektiven auf das Medium Film zu zeigen. Mit Regisseure/innen wie Maria Schrader, Valeska Grisebach, Dietrich Brüggemann und Edward Berger. Mit Schauspieler/innen wie Nicolette Krebitz, die auch eine großartige Regisseurin ist, Lars Rudolph und Nikolai Kinski. Mit Journalisten/innen wie Anke Leweke (Berlinale), Christiane Peitz (Tagesspiegel) und Patrick Wellinski (DLF Kultur) oder jungen und erfolgreichen Produzenten/innen wie Jamila Wenske und Jochen Laube. Mit Allround-Künstlerinnen wie Helene Hegemann oder der Fotografin Donata Wenders … Und noch vielen mehr!

Der World Cinema Fund der Berlinale präsentiert als Gast auf dem “14 Films“ fünf Filme. Welche Relevanz seht Ihr für das deutsche Kino im globalen Wettbewerb?
Das deutsche Kino hat in den letzten Jahren sehr eigene Wege gefunden und eine wesentlich größere künstlerische Vielfalt entwickelt, als in den Anfangsjahren der so wichtigen „Berliner Schule“. Vor allem beim FILMFEST MÜNCHEN oder beim Filmfestival Max Ophüls Preis ist diese Explosion an neuen, aufregenden Stimmen des deutschen Kinos zu sehen. Die Relevanz im globalen Festivalbetrieb wird folgen!

Ein Rückblick auf die letzten Jahre offenbart ein kontroverses, alternativ-kritisches Programm für „14 Films“. Gibt es in diesem Jahr einen benennbaren Schwerpunkt oder ein Thema?
Themen entstehen aus Filmen. Und Filme aus so unterschiedlichen Ländern haben sehr diverse Themen. Unser Festival will bewusst diese Vielfalt abbilden. Künstlerisches Kino ist eigentlich fast immer „kritisch“, das ist die Aufgabe des Künstlers. Sehr stark vertreten ist in diesem Jahr das Kino aus Fernost, mit gleich 6 Filmen – zwei aus China und Filmen als Japan, Korea, Vietnam und Singapur. Das arabische Kino mit Werken aus Marokko, Libanon und Syrien. Osteuropa mit Ungarn und dem polnischen Eröffnungsfilm. Das afrikanische Kino mit zwei erstaunlichen Filmen aus Kenia und aus dem Sudan. Das französischsprachige Kino, das US-Kino mit zwei Sundance-Highlights. Und natürlich Lateinamerika mit drei Highlights aus Argentinien, Mexiko und Kolumbien. Und mehr!

Bei den 27 Festivalfilmen sind die verschiedensten Genres von Film vertreten. Was sind eure beiden „Geheimtipps“ des diesjährigen Festivals?
Unser Panel „Film, Frauen und Figuren“ zeigt drei dieser Tipps aus Kolumbien, Marokko und Vietnam. Die vier neuen Werke, die der World Cinema Fund unterstützt hat: das kenianische Porträt einer unmöglichen homoerotischen weiblichen Liebe in Kenia (RAFIKI), der argentinische Dreifachsiegerfilm aus San Sebastián ROJO, THE ROUNDUP, eine irrwitzige Komödie aus dem Sudan, und die Deutschland-Premiere der syrischen Sensations-Doku STILL RECORDING.

Vielen Dank für das Gespräch!

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Mit freundlicher Genehmigung von Casting Network und out takes


Das Programm 2018 – eine cineastische Weltreise in 14 + 13 Stationen

„Cold War – Der Breitengrad der Liebe“ R. Pawel Pawlikowski (Opening Night), „Genesis“ R. Philippe Lesage (Kanada), „Our Time“ R. Carlos Reygadas (Mexiko), „Birds of Passage – Das grüne Gold der Wayuu“ R. Cristina Gallego & Ciro Guerra (Kolumbien / Panel Women), „Sofia“ R. Meryem Benm’Barek (Marokko / Panel Women), „Ray and Liz“ R. Richard Billingham (Großbritannien), „High Life“ R. Claire Denis (Frankreich), „Sunset“ R. László Nemes (Ungarn), „The Wild Pear Tree“ R. Nuri Bilge Ceylan (Türkei), „Capernaum – Stadt der Hoffnung“ R: Nadine Labaki (Libanon), „Drei Gesichter“ R. Jafar Panahi (Iran), „Long Day’s Journey into Night“ R. Bi Gan (China), „Burning“ R. Lee Chang-dong (Korea), „The Third Wife“ R. Ash Mayfair (Vietnam / Panel Women), „A Land Imagined“ R. Yeo Siew Hua (Singapur), „Wintermärchen“ R. Jan Bonny (German Film), „The Tale“ R. Jennifer Fox (Sundance Night), „Wildlife“ R. Paul Dano (Sundance Night), „The Image Book“ von Jean-Luc Godard (Hommage Jean-Luc Godard), „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“ R. Yorgos Lanthimos (Hommage Yorgos Lanthimos), „Rojo“ R. Benjamín Naishtat (Berlinale Spotlight World Cinema Fund / Argentinien), „Rafiki“ R. Wanuri Kahiu (Berlinale Spotlight World Cinema Fund / Kenia), „aKasha – The Roundup“ R. Hajooj Kuka (Berlinale Spotlight World Cinema Fund / Sudan), „Still Recording“ R. Ghiath Ayoub, Saeed Al Batal (Berlinale Spotlight World Cinema Fund / Syrien), „Uncle Boonmee erinnert sich an seine früheren Leben“ R. Apichatpong Weerasethakul (Berlinale Spotlight World Cinema Fund / Thailand Hommage), „Asche ist reines Weiß“ R. Jia Zhangke (Closing Night), „Shoplifters – Familienbande“ R. Hirokazu Koreeda (Closing Night) Zum Filmplaner 2018 …


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